Angebot anfordern

EcoWire in horizontalen Ballenpressen: Warum Kunststoff-Binddraht andere Anforderungen stellt als Stahldraht

Unternehmen, die auf PET-basierten Kunststoff-Binddraht wie EcoWire umsteigen, stellen oft die gleiche Frage:
„Wie sieht es mit der Torsionsfestigkeit von Kunststoffdraht aus?“

Die Frage ist verständlich – bei Stahldraht spielt Torsion, also der Widerstand gegen Verdrehung, seit Jahrzehnten eine Rolle.
Bei Kunststoff-Pressendraht funktioniert das Prinzip jedoch völlig anders.
Darum ist die Torsionsfestigkeit kein geeigneter Leistungsindikator für EcoWire in automatischen horizontalen Ballenpressen.

In diesem Artikel erklären wir, warum Torsion bei PET-Draht nicht anwendbar ist, welche Eigenschaften für einen stabilen Pressprozess wirklich zählen und warum EcoWire eine bewährte Alternative zu Stahl in Waste-to-Energy-Anwendungen ist.

Was Torsionsfestigkeit bedeutet – und warum sie nur für Stahl relevant ist

Torsionsfestigkeit beschreibt, wie stark ein Material verdreht werden kann, bevor es sich dauerhaft verformt oder bricht.
Bei Stahl ist diese Information relevant, weil Stahldraht beim Knüpfen tatsächlich verdreht wird und dabei interne Spannungen entstehen können. Die Festigkeit des Knotens hängt direkt davon ab.

EcoWire – ein PET-basierter kunststoffbeschichteter Binddraht mit quadratischem 4×4-mm-Profil – zeigt dieses Verhalten nicht.
PET wird beim Binden nicht verdreht, sondern linear gespannt.
Es wirken also keine Torsionskräfte, die gemessen werden müssen.

Kunststoff reagiert durch kontrollierte Dehnung, nicht durch Rotation.

Kunststoffdraht funktioniert anders: Dehnung und Zugfestigkeit bestimmen die Leistung

EcoWire wird thermisch und mechanisch so hergestellt, dass die Belastung über Dehnung aufgenommen wird – nicht über Verdrehung.
Der Draht kann sich um ca. 20 % verlängern, ohne an Stabilität zu verlieren.
Deshalb bleibt der Knoten auch bei Schwankungen in Pressdruck, Temperatur oder Feuchtigkeit zuverlässig geschlossen.

Auch die Zugfestigkeit spielt eine große Rolle.
Mit rund 350 MPa erfüllt EcoWire die Anforderungen für RDF-, SRF-, Biomasse- und Kunststoffströme problemlos.

Die Kombination aus Dehnung + Zugfestigkeit entscheidet darüber, ob eine Ballenbindung beim Transport, bei der Lagerung oder beim Beschicken des Ofens stabil bleibt.

Da PET nicht verdreht wird und keine metallurgischen Schwachstellen aufweist, sagt Torsionsfestigkeit nichts über die Leistung von Kunststoff-Binddraht aus.

Was EcoWire im Recycling und in Waste-to-Energy-Prozessen auszeichnet

EcoWire wurde für automatische horizontale Pressen mit hohen Tagesvolumina entwickelt.
Der Draht bindet Ballen zuverlässig, ohne zu brechen oder zu rutschen.
Das gleichmäßige Profil sorgt für eine vorhersehbare Funktion in der Knoteneinheit und reduziert Stillstände.

Ein entscheidender Vorteil zeigt sich im Waste-to-Energy-Prozess:
PET verbrennt vollständig und hinterlässt keine Rückstände.
Ballen, die mit Kunststoff-Binddraht gebunden sind, können deshalb ohne Drahtentfernung direkt in den Ofen.

Beim Einsatz von Stahldraht müssen die Metallbänder vorher manuell entfernt werden – eine Tätigkeit, die in der Praxis 4–6 € pro Ballen kostet und zusätzliche Wege sowie Wartezeiten verursacht.

EcoWire senkt darüber hinaus den CO₂-Fußabdruck, weil kein Stahl benötigt wird und Anlagenbetreiber weniger CBAM-Risiken und Emissionskosten tragen.

Wann EcoWire geeignet ist – und wann Stahldraht die bessere Wahl bleibt

EcoWire ersetzt Stahldraht nicht in allen Anwendungen.
Bei extrem schweren Materialströmen oder Pressen, die Kunststoff nicht verarbeiten können, bleibt geglühter Draht notwendig.

Für viele horizontale RDF-, SRF-, Biomasse- und Kunststofflinien bietet EcoWire jedoch klare Vorteile:
Weniger manuelle Arbeit, geringere Kosten pro Ballen, weniger Stillstand und direkte CO₂-Reduktion.

Darum prüfen wir immer gemeinsam, ob EcoWire technisch zu deinem Materialstrom, deinen Pressparametern und deinem logistischen Ablauf passt.

EcoWire: technische Eigenschaften im Überblick

EcoWire wird innerhalb des europäischen Accent-Netzwerks produziert und ist für hohe Volumina in horizontalen Pressen ausgelegt.
Der Draht besteht vollständig aus PET und eignet sich besonders für Anlagen, in denen Ballen ohne Zwischenschritt in die Verbrennung gelangen müssen.

Weil PET vollständig verbrennt, entfällt das Entfernen von Stahldraht – eine Prozessoptimierung, die 4–6 € pro Ballen spart.

Wesentliche Spezifikationen:

  • Profil: 4×4 mm quadratisch, Toleranz ±3 %

  • Material: Polyesterkunststoff mit Additiven

  • Zugfestigkeit: ca. 350 MPa

  • Dehnung: ca. 20 %

  • Aufmachung: wiederverwendbare Stahlspulen, ca. 12.500 m, 250–280 kg

  • Varianten:
    • EcoWire – Virgin-PET
    • R-EcoWire – nahezu vollständig aus recyceltem PET

Die Kombination aus Profilstabilität, Dehnung und Zugfestigkeit sorgt für hohe Prozesssicherheit, weniger Knotenfehler und eine stabile Leistung in automatischen Bindesystemen.

Fazit: Torsionsfestigkeit gehört zu Stahl – nicht zu PET-Binddraht

Torsion spielt eine Rolle bei Stahl, weil dieser gedreht und metallurgisch belastet wird.
Bei Kunststoff-Pressendraht wie EcoWire ist das nicht der Fall.
Hier bestimmen Zugfestigkeit, Dehnung, Profilstabilität und Knotensicherheit die Performance.

EcoWire ist eine praktische Alternative zu Stahl in Prozessen, die Geschwindigkeit, einfache Abläufe und CO₂-Reduktion benötigen – und in denen das Entfernen von Stahlbändern Zeit und Geld kostet.

Möchtest du wissen, ob EcoWire zu deiner Anlage oder deinem Waste-to-Energy-Prozess passt?

Wir prüfen es gern gemeinsam und geben dir eine klare, technisch fundierte Empfehlung.

Angebot benötigt?
Wir antworten innerhalb von 24 Stunden.

Sagen Sie uns, was Sie brauchen. Wir liefern die Lösung – zuverlässig und ohne Umwege.